»Beschaffung ohne
Kinderarbeit«
Allein
in Deutschland gibt der Staat pro Jahr rund 360 Mrd. Euro aus.
Nur selten nutzt der größte Konsument im Land seine Nachfragemacht
dabei politisch. Ein neuer Leitfaden hilft terre des hommes-AGs und
lokalen Initiativen, die Beschaffung in ihrer Kommune sozial und
ökologisch zu gestalten.
Es geht um mehr als
den OB-Kaffee
Die Klassiker des fairen Handels wie Kaffee und Tee
findet man heute in
vielen Rathäusern. Gern verweisen Oberbürgermeister auf ihr
koffeinhaltiges Engagement für den fairen Handel. Und seit die
Energiepreise auf Rekordniveau liegen, ist ökologisches Denken auch
Kommunen nicht mehr fremd. Dennoch haben bislang die wenigsten Städte
erkannt, dass sie mit ihrer Einkaufspolitik mehr gestalten können.
Bund, Länder und Gemeinden könnten Vorbild und Vorreiter sein, wenn es
darum geht, grundlegende Menschenrechte, wie das Verbot der Ausbeutung
von Kindern, umzusetzen. Seit vielen Jahren fordert terre des hommes,
endlich sicherzustellen, dass öffentliche Gelder nicht für Produkte aus
ausbeuterischer Kinderarbeit ausgegeben werden und die öffentliche Hand
bei ihren Einkäufen auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen für
Erwachsene, die Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen sowie auf
grundlegende Umweltstandards achtet.
Viele Beschlüsse
reichen nicht aus
Zwar haben bereits fast 200 Kommunen beschlossen, auf Produkte aus
Kinderarbeit zu verzichten, aber diese Beschlüsse reichen nicht aus.
- Nur selten
wird die Umsetzung entsprechender Beschlüsse
auch überwacht. Ohne Kontrolle passiert aber meistens nichts.
- Es geht eben
nicht nur um Kinderarbeit, sondern um
menschenwürdige Arbeit insgesamt, also:
- die
Einhaltung der Kernarbeitsarbeitsnormen,
- die
Berücksichtigung von Tariflöhnen,
- die
Sicherung von Umweltstandards und
- die
Reduktion von Treibhausgasen
- u.v.m.
Schnell argumentieren Verwaltungsmitarbeiter mit rechtlichen Bedenken
oder möglichen Mehrkosten oder anderen Ausreden. Da ist es gut, wenn
man Argumentationshilfen hat.